Honduras ist der größte Kaffeeproduzent Zentralamerikas und wird trotzdem unterschätzt. Copán, Santa Bárbara und Marcala im Porträt: Kleinbauern, sechs Anbauregionen, Parainema und Lempira, das erste Herkunftssiegel der Region und ein Profil aus Karamell, Aprikose und Kakao.
Geschmacksprofil
Typische Noten
KaramellAprikoseKakaoRoter ApfelVanille
Erntezeit
Honduras produziert mehr Kaffee als Guatemala und Costa Rica zusammen, und trotzdem kennen viele es nur als Bestandteil von Mischungen. Das ändert sich. Seit die Kaffees mit Farmnamen und Höhenangabe verkauft werden, zeigt sich, was das Land kann: süße, ausgewogene Kaffees mit Frucht und Kakao, die mit den Nachbarn mithalten und weniger kosten.
Die Regionen
Copán im Westen an der Grenze zu Guatemala ist bekannt für schokoladige, runde Kaffees aus 1.000 bis 1.500 Metern. Santa Bárbara ist der Geheimtipp: steile Lagen bis 1.800 Meter mit kühlem Klima und Kaffees voller roter Frucht und Säure, hier wächst die Varietät Parainema. Marcala in La Paz trägt seit 2005 das erste geschützte Herkunftssiegel Zentralamerikas, mit Kaffees, die nach Karamell und Aprikose schmecken. Dazu kommen Comayagua, Opalaca, Montecillos und Agalta.
Die Bauern
Über 100.000 Familien bauen in Honduras Kaffee an, die meisten auf weniger als zwei Hektar. Viele haben eigene kleine Entpulper und Trockenhöfe, aber ein großer Teil trocknet in der Regenzeit auf Plastikplanen, was lange zum Ruf uneinheitlicher Qualität beitrug. Solartrockner und Kooperativen mit zentralen Trocknungsanlagen haben das in den letzten Jahren verändert.
Varietäten
Lempira und IHCAFE 90 sind lokale, rostresistente Züchtungen des nationalen Kaffeeinstituts. Parainema ist eine Sarchimor-Linie mit überraschend fruchtigem Profil, die bei Wettbewerben Geshas geschlagen hat. Dazu Catuaí, Pacas und alte Bourbons.
Der Cup of Excellence
Seit 2004 findet der Wettbewerb Cup of Excellence in Honduras statt. Die Gewinnerlots, oft aus Santa Bárbara, erzielen an der Auktion Preise, die eine Kleinbauernfamilie über Jahre tragen. Sie haben dem Land eine Aufmerksamkeit gebracht, die der Masse an gutem Kaffee endlich gerecht wird.
In der Tasse
Honduras ist der Allrounder Zentralamerikas: mittlere Säure, mittlerer Körper, viel Süße. Als Filter zeigt er Aprikose und Karamell, als Espresso wird er zu Kakao und Vanille. Mit Milch funktioniert er ausgezeichnet. Preislich meist die beste Wahl der Region.
Häufige Fragen
Wie schmeckt Kaffee aus Honduras?
Süß und ausgewogen mit Karamell, Kakao und Aprikose. Kaffees aus Santa Bárbara sind fruchtiger und säurebetonter.
Ist Honduras der größte Kaffeeproduzent Zentralamerikas?
Ja, seit 2011 liegt Honduras vor Guatemala und produziert rund vier Prozent der Weltmenge.
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